Im Januar 2016 reiste ich mit zwei Freunden für 10 Tage nach Tokio. Zwar hatte ich meine Legria bei mir, um immer mal wieder einige Bilder in Video-Form einzufangen, dennoch wünschte ich mir nach meiner Rückkehr einen detaillierteren Reisebericht, den man sich auch noch in einigen Jahren ansehen kann, um nachträglich auf diese sehr eindrucksvolle und spannende Zeit zurückblicken zu können.

In diesem Beitrag versuche ich die einzelnen Tage und Erlebnisse zu schildern – Hin und wieder wird das ganze auch immer mal wieder von Bildern und Karten begleitet sein.

Teil 1: Die Anreise

Verständlicherweise schlief ich in der Nacht vor der Abreise wirklich nicht so richtig (gut). Vorfreunde mischte sich mit gesundem Respekt vor dem ersten 12-Flug meines Lebens. Dann um 6 Uhr hieß es aufstehen – viel zu früh, wie sich später rausstellte. Ich muss mir eingeredet haben, dass es nötig ist mindestens 3 Stunden vor Check-In am Flughafen zu sein, was totaler quatsch ist. Gerade an einem kleinen Flughafen wie Bremen, wo es quasi nur ein Terminal gibt, reicht es vermutlich völlig ein paar Minuten vor der Abreise einzuchecken. Naja. Ich trank 1-bis 10 Tassen Kaffe, zappelte noch etwas durch die Wohnung und gegen 7 (?) nahm ich den Bus zum Flughafen.

Dort war ich mit Abstand der Erste. Ich nutzte die Zeit und erstellte unbrauchbare, verwackelte Aufnahmen des Flughafens mit der Legria. Als wir versammelt waren, es muss so um 9:30 Uhr gewesen sein, setzen wir uns in einen Bäcker und warteten bis zum Check-In. Der Check-In verlief reibungslos, lediglich einer meiner Freunde musste zu einer Extra-Kontrolle, was womöglich an seinem Bart lag. *g*

Von Bremen brachte uns ein KLM-Cityhopper nach Amsterdam. Der Flug dauerte eine Stunde und Alles in Allem fühlte es sich an, als währen wir gestartet und dann direkt wieder gelandet. Alles sehr entspannt.

Um 11:55 Uhr fanden wir uns dann auf dem riesigen Flughafen in Amsterdam wieder. Der Weg führte über eine MCDonals-Filiale direkt zum Terminal. Der Check-In für die Maschine nach Tokio Narita war um 14:25 Uhr.

Der Flug war (und das ist schon komisch) echt mit die heftigste Erfahrung auf der ganzen Reise. Ich bin in meinem Leben zur „nur“ 2 Mal geflogen und noch nie über einen so langen Zeitraum. Vorab: Der Flug war um so vieles besser, als wir uns das überhaupt vorgestellt haben. Die Flugbegleiter waren unfassbar nett, es gab freie Getränke und echt gutes Essen, soll für einen Flug ja nicht selbstverständlich sein, wie ich mir sagen ließ.

Das Gefühl zwischen Zeitzonen hin-und her zufliegen war im ersten Moment sehr gewöhnungsbedürftig. War die Sonne gerade erst untergegangen, schien Sie im nächsten Moment wieder aufzugehen. Insgesamt ging der Flug 12 Stunden und ich habe ungelogen so um die 6 Filme geschaut. Geschlafen habe ich nicht.

Die Feststellung nach 12 Stunden zu landen (Es war zu diesem Zeitpunkt 9:40 Uhr in Japan) und so weit weg von Zuhause zu sein, musste erstmal verdaut werden. Durch Reisepass-Kontrolle und Zoll waren wir relativ flott durch – doch dann die erste Überraschung!

Völlig unausgeschlafen kommen wir aus dem Transit-Bereich des Flughafens und werden erstmal vom japanischen Fernsehen interviewt. Das Team (ein Kameramann, eine Frau und ein Mann) stellten uns Fragen zu Themen wie „Was habt ihr in Japan vor?“, „Warum seid ihr in Japan?“. Der ganze übliche Kram halt. Das Ganze lief super freundlich ab und trotz des Schlafmangels, denke ich, dass wir das ganz souverän gemeistert haben.

Wir setzten uns erstmal in einen Starbucks, um die SIM-Karten (wir haben uns Datenkarten aus dem Internet besorgt) auszutauschen und die nächsten Bus/Zug-Verbindungen zu studieren.

Das mit der SIM-Karte klappte irgendwie bei allen außer mir, da ich ein iPhone habe und einen spitzen Gegenstand benötige, um die SIM-Karte zu wechseln war das im Flughafen leider nicht so ohne weiteres möglich.

An der Kasse fragte mich die Kassiererin, ob wir wegen des Wintersports in Tokio seien und stelle fest, dass 10 Tage viel zu wenig für einen Japan-Urlaub seien. Von Wintersport wusste ich nichts, mit letzterem sollte sie recht behalten.

Als ich meinen leeren Kaffeebecher in den Müll werfen wollte, stürmte eine weitere Mitarbeiterin auf mich zu und bat mich ihr den Kaffeebecher zu geben, damit sie ihn für mich in den Müll werfen könne.

Man liest ja vorab wirklich viel zu dem Thema, aber wie krass das Verhalten der Leute in Japan dann doch von der westlichen Kultur abweicht, aber das muss man echt erlebt haben. Beim Verlassen des Flughafens entdeckten wir noch einen Getränke-Automaten, wie es ihn in Tokio an jeder Straße gibt. für um die 100 YEN erhält man hier eine Erfrischung.

Spannend: Die Automaten können nach Wunsch die Getränke aufwärmen, oder kühlen.

Zuvor haben wir uns darauf geeinigt den Bus zu nehmen – Schade nur, dass niemand verstand, wie so eine Bushaltestelle in Japan funktioniert. Ich habe es bis jetzt nicht geschnallt, aber das Ganze scheint folgendermaßen abzulaufen:

Es gibt eine Haltestelle zum Be-und Entladen des Gepäcks, es gibt eine Haltestelle zum Einsteigen und es gibt eine Haltestelle zum Aussteigen. An der „Einsteige“-Haltestelle darf man aber nur stehen, wenn man ein gültiges Ticket und hat und dann auch erst, wenn der Bus eintrifft. Zwischendrin wuseln so ungefähr 10 Japaner rum, die sich vor jedem anfahrenden Bus verneigen und die Koffer in den Flughafen bringen.

Das kann auch alles ganz anders sein – keine Ahnung. Wir standen jedenfalls einfach irgendwo rum, wo es so aussah als würden dort Busse halten.

Zwischenzeitlich kamen immer wieder Angestellte des Flughafens die aber nicht direkt gesagt haben, dass wir gefälligst ein Ticket kaufen und uns reinstellen sollen, sondern versuchten uns mit Händen und Füßen irgendwie zu erklären wie das Ganze läuft. Dabei aber immer unfassbar freundlich. Schade das keiner von denen so wirklich English sprach, also standen wir einfach weiter an der „Haltestelle“.

Als nach 2 Stunden auch der zweite von Google-Maps angekündigte Bus nicht eintraf, gingen wir wieder in den Flughafen – dieses Mal aber zur Bahn-Station. Das war schon deutlich leichter. Auch hier stand uns ein hilfsbereiter Japaner mit Rat und Tat zur Seite.

Hier gut zu Erkennen: Wie lange wir dann doch noch auf den Bus gewartet haben. Im Zug sitzend, auf Tokio zufahrend war es wirklich nicht einfach sich wach zu halten. Alle von uns sahen im Halbschlaf dabei zu, wie der Zug sich mehr und mehr füllte. Wir stiegen noch einmal um und befanden uns nun an der Kameido Station.

Es schien, als wären unsere fragenden Blick derart offensichtlich gewesen, dass ein hilfsbereiter Japaner, dessen Englisch-Kenntnisse sich auf „Ja“ und „Nein“ beschränkten dazu bewogen uns den Weg zu unserem Hotel zu weisen. So wirklich geholfen hat das nicht, aber irgendwie haben wir es dann doch geschafft.

Philip war so müde, dass er direkt im Hotel blieb. Jonas und ich machten uns dann noch auf, etwas zu Essen zu finden.

Am Ende landeten wir in irgendeiner verrauchten Eck-Kneipe. Wir waren die einzigen Gäste im Lokal. Am Tisch neben uns schlief jemand, der wohl zur Verwandtschaft des Inhabers gehörte. Wir tranken sehr teures deutsches Bier, aßen etwas, von dem ich echt nicht wissen will, was es war und machten uns dann schnell aus dem Staub. Noch ganz lustiges Erlebnis: Als wir mit einem größeren Schein bezahlten hat sich der Inhaber aufs Fahrrad gesetzt und ist weggefahren. Später stellte sich heraus, dass er nur nicht genug Wechselgeld da hatte.

Danach fiel ich ins Bett.